Der Einfluss des Sprachenlernens auf die Gesundheit unseres Gehirns

In den letzten Jahren hat die Forschung auf dem Gebiet des Spracherwerbs und seiner Auswirkungen auf das Gehirn zugenommen. Dies gilt insbesondere für die Auswirkungen der Zweisprachigkeit.

Benjamin Hessler Grey
Aus dem englischen von Hidaya Aliouche

WAS UNTERSUCHT WURDE

Es hat sich gezeigt, dass der Spracherwerb die Neuroplastizität beeinflusst. Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich als Reaktion auf Reize, Verhaltenserfahrungen oder kognitive Anforderungen strukturell zu verändern. Die Verbindung zwischen Neuroplastizität und Spracherwerb ist in der Literatur dokumentiert; es gibt Hinweise darauf, dass durch das Erlernen einer Sprache und die Verwendung mehrerer Sprachen Veränderungen in der Gehirnanatomie hervorgerufen werden. Diese Veränderungen betreffen auch das Muster der funktionellen Neuronen und können schnell und in jedem Alter auftreten.

Wie groß ist nun der Einfluss des Sprachenlernens auf die Gesundheit unseres Gehirns?

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Die Studie

In einer 2012 durchgeführten Studie wurden strukturelle Veränderungen im präfrontalen und temporalen Kortex gemessen, wobei insbesondere die Veränderungen der Dichte der grauen Substanz untersucht wurden. Die graue Substanz besteht aus den Zellkörpern der Neuronen, und dieser Bereich wird im Allgemeinen mit Intelligenz, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprachverarbeitung in Verbindung gebracht. Im Gegensatz dazu besteht die weiße Substanz aus den Axonbündeln, die die Nervenimpulse zwischen den Neuronen weiterleiten, und dient in erster Linie dazu, verschiedene Regionen der grauen Substanz miteinander zu verbinden; sie bestimmt folglich die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung und des Gedächtnisabrufs.

Die Teilnehmer nahmen an einem intensiven Deutschkurs teil und wurden zu Beginn des Aufenthalts und etwa 5 Monate später untersucht. Die Forscher wiesen nach, dass die Teilnehmer eine Zunahme der grauen Substanz erfuhren, die nicht mit dem Grad der Sprachkenntnisse korrelierte; dies deutet darauf hin, dass dieser Effekt direkt auf den Zweitspracherwerb zurückzuführen ist.

In einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 2012 wurde beobachtet, dass die kortikale Dicke und das Volumen des Hippocampus als Reaktion auf den Zweitspracherwerb ebenfalls zunahmen – zusammengenommen kommen diese Studien zu dem Schluss, dass der Spracherwerb die Dichte der grauen Substanz erhöhen kann.

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Die Auswirkung des Sprachenlernens auf den Alterungsprozess

Forscher der Universität Edinburgh untersuchten anhand der Lothian Birth Cohort 1936, ob das Erlernen einer zweiten Sprache die spätere kognitive Leistung beeinflussen kann. Disco halt bot die Möglichkeit, störende Variablen wie ethnische und umweltbedingte Unterschiede zu berücksichtigen.

Die Forscher fanden heraus, dass Zweisprachige bei Tests, die zwischen 2008 und 2010 durchgeführt wurden, deutlich besser abschnitten. Die stärksten Auswirkungen wurden bei der allgemeinen Intelligenz und beim Lesen beobachtet. Insgesamt deuten die Ergebnisse auf einen positiven Effekt der Zweisprachigkeit auf die kognitiven Fähigkeiten im Alter hin, und zwar auch bei denjenigen, die eine zweite Sprache als Erwachsene erworben haben.

Einige vertreten die Ansicht, dass Mehrsprachigkeit auch die Verbesserung der kognitiven Funktionen, insbesondere der exekutiven Funktionen beeinflusst. Dies ist als Hypothese des bilingualen exekutiven Vorteils (BEA) bekannt. Diese Theorie ist jedoch umstritten. Die uneinheitlichen Ergebnisse der verschiedenen Studien lassen jedoch keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu; weitere Studien sind erforderlich.

Jüngste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich Zweisprachigkeit positiv auf die Kognition auswirkt – mit einem verzögerten Auftreten von Demenz.

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MEIN FAZIT

Wir sehen einen gewissen Einfluss des Sprachenlernens auf die Gesundheit unseres Gehirns. Nicht nur für ältere Personen ist es  interessant und wichtig zu wissen wie man bis ins hohe Alter gesund und selbstständig bleiben kann. Ich denke es lässt sich hier sehr viel Präventiv machen. 

Das Resultat von sämtlichen Studien und Tipps ist am Ende jedoch das gleiche:

Man muss Aktiv sein, sich viel bewegen, sowie Körper und Geist fördern. 

Das macht man mit ausreichend Sport und Gehirnjogging. Natürlich ist das Sprachenlernen eine gute Form das Gehirn zu trainieren. Aber auch Gedächtnistraining ist hervorragend dafür geeignet. 

Persönlich denke ich, dass es schwierig ist noch große Geheimnisse des Sprachenlernens zu entdecken.

Außer Elon Musk schafft es endlich in unsere Gehirne Chips einzupflanzen, auf die wir einfach nur Sprachenupdates laden müssen 🙂

Das wird aber vermutlich noch ein Weilchen dauern.

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Hier findest du den Original-Artikel auf Englisch

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